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Sachsen startet bislang größtes Erasmus+ Konsortialprojekt für Lehrerfortbildung in Deutschland

Kultusminister Christian Piwarz sieht den Freistaat Sachsen in einer Vorreiterrolle: Das Projekt „Plus4“ ermöglicht über 200 Lehrkräften eine Fortbildung im europäischen Ausland.

Auch sie unterstützen Lehrkräfte in Sachsen bei Erasmus+ Anträgen: Die Erasmus+ Moderatorinnen Ines Buske und Ricarda Geidelt beim Kick-Off in Dresden. Foto: Thomas Rötting/LaSuB

„Ich bin sehr froh, dass wir in Sachsen neue Wege gehen. Dass wir nicht jede Schule und nicht jeden Schulträger alleine lassen, sondern gemeinsam unsere Kräfte bündeln und Ihnen so eine gute Perspektive mit dem Erasmus+ Programm bieten können“, so der Sächsische Staatsminister für Kultus, Christian Piwarz. Drei Tage nach der Landtagswahl eröffnete er mit einer Videobotschaft persönlich die Kick-Off Veranstaltung zum Erasmus+ Projekt „Plus 4 - Das große Plus für Sachsens Schulsystem“ in Dresden.

Der Anlass ist außergewöhnlich: Das sächsische Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) hat im September das bisher größte Erasmus+ Konsortialprojekt im Schulbereich gestartet, welches jemals mit der Leitaktion 1 des EU-Programms in Deutschland beantragt wurde.

Die Fördersumme von 540. 000 € ermöglicht es mehr als 200 Lehrkräften des Freistaates Sachsen, die in staatlichen Schulen und Schulen in freier Trägerschaft tätig sind, sich in den kommenden zwei Jahren im Ausland fortzubilden oder an einer europäischen Partnereinrichtung zu hospitieren.

Der Titel des Projekts „Plus 4“ spielt dabei auf die vier Themenschwerpunkte an, zu denen die Lehrerinnen und Lehrer sich Fortbildungen aussuchen durften. Neben „Integration, Inklusion und Umgang mit Heterogenität“, dem Bereich „Fachliche Kompetenz“ sowie „Fremdsprachliche und interkulturelle Kompetenz“ konnten sie sich auch für Kurse zum Thema „Lehrergesundheit“ entscheiden. Das LaSuB geht davon aus, dass das Projekt viele positive Auswirkungen für das beteiligte pädagogische Fachpersonal haben wird: „Sie werden sich professionalisieren, internationale Erfahrungen sammeln und neue Erkenntnisse mit Engagement in die Schulprogramme ihrer Einrichtung einbringen“, heißt es in der Pressemeldung zu der Veranstaltung in Dresden.

Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus agierte das LaSuB als antragstellende Einrichtung für die 33 beteiligten allgemeinbildenden Schulen aller Schularten. Vor Antragstellung konnten sich interessierte Schulen aus Sachsen beim LaSuB melden. Für die Verwaltung des Projekts wurden Personalressourcen für die Projektkoordination und die Sachbearbeitung bereitgestellt. Außerdem hat das LaSuB eine eigene Homepage eingerichtet, auf der man den Fortschritt des Projekts verfolgen kann. Diese umfassende Art der Unterstützung für Schulen ist in dieser Form aus Sicht der Nationalen Agentur beispielhaft.

Die nächste und letzte Antragsrunde der Leitaktion 1 im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ wird Anfang Feruar 2020 stattfinden. Ab 2021 wird es ein Nachfolgeprogramm geben, über das gerade in der Europäischen Union beraten wird.

Unterstützung bei der Antragsstellung erhalten Sie über die Erasmus+ Hotline des PAD (Tel. 0800 372 76 87) oder direkt bei den zuständigen Kontaktpersonen für Ihr Bundesland.

Außerdem finden bundesweit laufend Informationsveranstaltungen für Erasmus+ im Schulbereich statt, zu denen Sie sich über die Veranstaltungsdatenbank direkt anmelden können.