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Erasmus+ - Das Programm im Überblick

Das neue EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport, ist pünktlich am 1. Januar 2014 in Kraft getreten. Es wurde am 19. November vom Europäischen Parlament und am 3. Dezember vom EU-Rat verabschiedet.

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Allgemeine Ziele des Programms

Im Zentrum des neuen EU-Programms steht die Förderung der Mobilität zu Lernzwecken und der transnationalen Zusammenarbeit. Wichtig ist der Austausch bewährter Praxis im Bildungs- und Jugendbereich. Im Sport wird sich das Programm vor allem auf Kooperationsprojekte und den Breitensport konzentrieren.

Das Programm trägt bei zur Erreichung:

a) der Ziele der Strategie Europa 2020, einschließlich des Kernziels im Bereich Bildung;

b) der Ziele des strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2020), einschließlich der einschlägigen Referenzwerte;

c) der nachhaltigen Entwicklung des Hochschulwesens in Partnerländern;

d) der allgemeinen Ziele des erneuerten Rahmens für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa (2010-2018), kurz EU-Jugendstrategie;

e) des Ziels der Entwicklung der europäischen Dimension im Sport, insbesondere im Breitensport, entsprechend dem Arbeitsplan der Union für den Sport; und

f) der Förderung der europäischen Werte gemäß Artikel 2 des Vertrags über die Europäische Union.

Umfang des Programms

Das Programm erstreckt sich unter Achtung der Strukturen und besonderen Bedürfnisse der verschiedenen Sektoren in den Mitgliedstaaten auf folgende Bereiche:

a) allgemeine und berufliche Bildung auf allen Ebenen im Sinne des lebenslangen Lernens, einschließlich Schulbildung (Comenius), Hochschulbildung (Erasmus), internationale Hochschulbildung (Erasmus Mundus), berufliche Aus- und Weiterbildung (Leonardo da Vinci) und Erwachsenenbildung (Grundtvig);

b) Jugend (JUGEND IN AKTION), insbesondere im Kontext des nicht formalen und des informellen Lernens;

c) Sport, insbesondere Breitensport.

Leitaktionen des Programms

Die Ziele des Programms werden mit Hilfe der folgenden Leitaktionen verfolgt:

  1. Lernmobilität von Einzelpersonen;
  2. Zusammenarbeit zur Förderung von Innovation und zum Austausch von bewährten Verfahren und
  3. Unterstützung politischer Reformen.

Wer profitiert von Erasmus+?

  • 2 Millionen Studierende können im Ausland studieren oder sich fortbilden, z. B. im Rahmen von 450 000 Praktikumsmöglichkeiten;
  • 650 000 Berufsschülerinnen und -schüler sowie Auszubildende erhalten Stipendien, um im Ausland zu lernen, sich fortzubilden oder zu arbeiten;
  • 800 000 Lehrkräfte an Schulen und Hochschulen, Ausbilderinnen und Ausbilder, Jugendbetreuerinnen und Jugendbetreuer können im Ausland unterrichten oder sich fortbilden;
  • 200 000 Studierende, die einen kompletten Masterstudiengang in einem anderen Land absolvieren, profitieren von einem Garantie-Instrument für Studiendarlehen;
  • mehr als 500 000 junge Menschen können im Ausland Freiwilligendienst leisten oder an einem Jugendaustausch teilnehmen;
  • mehr als 25 000 Studierende erhalten Stipendien für gemeinsame Masterabschlüsse, wobei sie an mindestens zwei Hochschulen im Ausland studieren;
  • 125 000 Schulen, Berufsbildungs- und Ausbildungseinrichtungen, Hochschulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen, Jugendorganisationen und Unternehmen erhalten Zuschüsse für die Einrichtung von 25 000 strategischen Partnerschaften zur Förderung des Erfahrungsaustausches und zur Vernetzung mit der Arbeitswelt;
  • 3500 Bildungseinrichtungen und Unternehmen erhalten Unterstützung beim Aufbau von mehr als 300 Wissensallianzen und Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten zur Förderung von Beschäftigungsfähigkeit, Innovation und Unternehmertum;

außerdem werden 600 Partnerschaften im Sportbereich unterstützt, beispielsweise bei europäischen Veranstaltungen ohne Gewinnzweck.

Jean Monnet

Darüber hinaus gibt es das von der Exekutivagentur in Brüssel verwaltete Programm für den Hochschulbereich Jean Monnet.

Im Rahmen von Erasmus+ fördert das 1989 gestartete Programm Jean Monnet weltweit die Exzellenz in der akademischen Lehre und Forschung im Bereich der EU-Studien. Darüber hinaus unterstützt das Programm die politische Debatte mit der akademischen Welt zu EU-bezogenen Thematiken.

Zu den Schlüsselaktivitäten gehören u.a. Lehrveranstaltungen, Forschung, Konferenzen und Publikationen auf dem Gebiet der europäischen Integration. Die Aktivitäten können weltweit umgesetzt werden und stehen allen Disziplinen offen.

Das Jean Monnet-Programm umfasst sechs Aktionen, welche in drei Themenfelder gegliedert werden:

  1. Lehre und Forschung im Bereich EU-Studien (Förderung von Lehrmodulen, Lehrstühlen, Exzellenzzentren);
  2. Politische Debatte und Austausch (Förderung von Netzwerken und Projekten);
  3. Einrichtungen und Vereine (Förderung von Einrichtungen und Vereinen, die sich mit Fragen der europäischen Integration befassen).

Website der Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA)

 

Die EU-Kommission

Weitere Informationen zur Umsetzung des Programms, zu zentralen Ausschreibungen ("Calls") sowie zu europäischen Events und aktuellen Publikationen finden Sie auch auf den Internetseiten der EU-Kommission zu Erasmus+